Apéro & Pétanque

« faconde provençale »


Die Provence ist das einzige Land der Welt, in dem der Anis dank Pétanque Gastronomie und Lebenskunst mit Sport verbindet. Der Apéritif wird zu diesem einzigartigen Moment, der Freunde und Familie zusammenbringt und in dem sich mehrere Generationen treffen, um Momente der Geselligkeit zu teilen, so wie Marcel Pagnol es uns beigebracht hat...

Sonne im Glas, gute Gesellschaft und eine entspannte Lebensart. Dazu gehören natürlich ein feiner Pastis – und eine Runde Pétanque im Schatten der Platanen.

Petit Vocabulaire de Pétanque

Wo Pétanque erfunden wurde, hört man selbst dem Jargon auf Zürichs Kiesplätzen an. Wer nicht nur spielerisch, sondern auch sprachlich punkten will, greift zum Französisch. Aber keine Angst: Angehende «Boulomanes» müssen nicht den Subjonctif anwenden können – Zürcher Pétanque-Spielerinnen und -Spieler verwenden lediglich einige Schlüsselvokabeln. Voci- statt Grammatiktest also. Damit auch Sie Ihre Lernkärtchen schreiben können, folgt ein Mini-Glossar rund um die Kugeln. Pardon, Boules! 

Auf unseren «Boulesplätzen» wird Schweizerdeutsch gesprochen. Elegant sind die folgenden französischen Wörter dennoch.

La mène

Die Grundregeln des Pétanque sind simpel. Eine Partie wird in «mènes» gespielt. Nach den ersten beiden Würfen ist jeweils das Team dran, dessen beste Kugel weiter von der Zielkugel entfernt ist. Je nachdem, ob Tête-à-Tête (Eins gegen Eins), Doublette (Zwei gegen Zwei) oder Triplette (Drei gegen Drei) gespielt wird, hat jede Spielerin zwei oder drei Kugeln. Gezählt wird, sobald alle Kugeln platziert sind – für jede, die näher an der Zielkugel liegt als die beste Kugel des Gegners, gibt es einen Punkt. Es werden so viele «mènes» gespielt, bis eine Mannschaft 13 Punkte erreicht und damit die Partie gewinnt.

La boule

Was Profis mitbringen sollten, sind drei der Metallkugeln, die den Boule-Spielen den Namen geben. Anfänger können diese auch ausleihen, denn beim Kauf wird es kompliziert: Im besten Fall ist der Umfang der Kugel der Handgrösse angepasst, ihr Gewicht und ihre Härte der präferierten Spielweise entsprechend gewählt, und das alles soll noch regelkonform sein. Denn für die erwähnten Parameter kennt der Weltverband klare Ober- und Untergrenzen. Auch müssen die Marke sowie das Gewicht in die Kugel eingraviert sein.


Wer stilecht spielen will, greift zu den Kugeln der La Boule Bleue– traditionsreiches Boules-Handwerk aus Marseille, auch aus der Schweiz bestellbar.

Le cochonnet

Diese kleinere, leichtere und zwecks Sichtbarkeit meist farbige Zielkugel aus Holz ist der eigentliche Star des Spiels. Davon zeugen die vielen Kosenamen: Le cochonnet (das Schweinchen) ist der gebräuchlichste, in Deutschland nennt man das Kügelchen auch Sau, in Zürich wird die französische Version bevorzugt (wir kennen hier schliesslich noch Anstand).

La Fanny

Die Legende besagt, dass kurz vor dem Ersten Weltkrieg in einem Café in Grands-Lemps eine Kellnerin namens Fanny den zu null unterlegenen Boulesspielern zum Trost ihre Wange für einen Kuss anbot. Als aber der Bürgermeister punktlos verlor, streckte Fanny ihm statt der Wange den Hintern hin. Bei manchen Plätzen hängt deshalb bis heute ein Bild eines entblössten Pos, das nach einer Fanny geküsst werden muss.

La donnée

Die Stelle auf dem Kiesboden, wo die Kugel aufsetzen soll und manchmal auch wirklich aufsetzt.

La pointeuse, le pointeur

Der Punkter oder Leger soll, nun ja, punkten. Er versucht, seine Boule möglichst nahe beim Cochonnet zu platzieren, und kann dabei auf drei Wurftechniken zurückgreifen: Portée (der hohe, weite Wurf), Demi-Portée (die Kugel berührt etwa auf halber Strecke den Boden) und Rouler (das Rollen).

Le tireur, la tireuse

Die Aufgabe des Schützen ist es, vielversprechende gegnerische Kugeln zu treffen und aus dem Spiel zu nehmen. Auch er hat drei Wurfarten zur Verfügung: Rafle oder Raclette (flacher Schuss), Tirer au fer (Schuss aufs Eisen, also auf die Kugel) oder Tir avant (Schuss direkt vor die gegnerische Kugel).

Le carreau sur place

Der Traum jedes Tireurs: Er trifft die gegnerische Kugel nicht nur, sondern ersetzt sie gleich durch die eigene.


Und nach dem letzten «carreau sur place»? Da gehört sich zur Feier – oder zum Trost der frisch geküssten Fanny – natürlich ein Apéro. Womit sich der Kreis schliesst: Wie wäre es mit einem P'tit Bleu der Liquoristerie de Provence?

Santé et bonne pétanque!


Bleu'tiful – Cocktail 

Ein erfrischender Sommerdrink, der die mentholige Frische des P'tit Bleu in Szene setzt – im Handumdrehen gemacht und «bleutiful» im Glas.

Zubereitung:

Geben Sie den Pastis P'tit Bleu wie bei einem klassischen Pastis zunächst auf den Boden des Glases.

Fügen Sie einen Spritzer Minzsirup (menthe glaciale) hinzu – er unterstreicht die mentholige Frische.

Füllen Sie anschliessend mit Sprudelwasser auf.
Geben Sie die Eiswürfel dazu – immer zuletzt, damit der Pastis nicht kristallisiert.

Tauchen Sie zum Schluss ein paarschöne Zweige frische Minze ein.

Die Zutaten
  • 4 cl Pastis p'tit bleu
  • 1 cl Minzsirup (menthe glaciale)
  • 10 cl Sprudelwasser
  • Frische Minzblätter