Domaine de Piéblanc

Südliche Côtes du Rhône - drei Terroirs: Beaumes-de-Venise, Ventoux und Gigondas. Ein Triptychon, das einen Stil in drei Facetten entfaltet – Frische, Schlichtheit und die Freude, die Traube auf ihrem Weg zum Wein zu begleiten. Nur begleiten. Vom Verständnis der Böden bis zur Abfüllung.

Piéblanc verfolgt eine einfache Vision, deren Umsetzung jedoch viel Aufmerksamkeit verlangt: « Die Traube ihrem eigenen Weg folgen lassen ». Das heisst: das Ökosystem im Weinberg gesund erhalten, im genau richtigen Moment lesen, das Lesegut bei der Ankunft im Keller nicht strapazieren und es während Gärung und Ausbau möglichst wenig stören. Von Hand gelesen, von Hand verlesen. Dann fliessen die Trauben allein durch die Schwerkraft in den Tank und werden mit Feingefühl vinifiziert – ausschliesslich durch sanfte « Remontagen ».

Die grossen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht in den Höhenlagen erlauben es Mathieu Ponson, in seinen biozertifizierten Weinen zugleich Frische und Reife zu erreichen. Im Keller gilt: Die wichtigsten Cuvées werden ausschliesslich in Edelstahl- oder Betontanks vergoren und ausgebaut. Die Einzellagen-Weine hingegen reifen in Barriques oder Amphoren – nicht, um dem Wein neue Aromen zu verleihen oder ihn zu verändern, sondern um den ausgewählten Weinen ein zusätzliches Mass an Eleganz und Tiefe zu geben. Diese Entscheidungen bilden das Grundgerüst des Weinguts und lassen die Terroirs zum Ausdruck kommen. 

Eine Berufung der Fürsorge

Es ist ausserordentlich schwierig, die Arbeit und die Einzigartigkeit eines Winzers oder seiner Weine zu beschreiben. Die Gefahr ist gross, in gefällige Floskeln zu verfallen. Mathieu Ponson ist Winzer, angetrieben von dem, was er als « ein tiefes Verlangen, Kreativität auszudrücken und zur Natur zurückzukehren » beschreibt. Die Domaine de Piéblanc trägt ihren Namen nach einem alten Bach, der einst vom Mont Ventoux herabfloss – eine Wahl, die Ponsons Bekenntnis zum Ort statt zur Marktgängigkeit widerspiegelt. Obwohl der Bach versiegt ist, bleibt sein Lauf sichtbar – er zieht eine Linie vom Himmel zum Hang, von der Vergangenheit zur Gegenwart, vom Wasser zum Wein.

Piéblancs Terroir spricht für Mathieu Ponsons Vision vom Wein als Kunst und Landwirtschaft zugleich. Hier – zwischen Pinien, Eichen, Olivenbäumen und wilden provenzalischen Kräutern – hat er nicht nur Weinberge angelegt, sondern auch einen neuen Keller, verloren mitten in den Reben: die « Péniche ». Er hat sich ein neues Leben geschaffen und seine Familie in diesem weiten Garten neu verwurzelt. Was Mathieu Ponson auszeichnet, ist seine völlige Hingabe an das Leben des Weinguts. Vom Entwurf der Kellerei bis zur Arbeit in den Weinbergen, vom Keltern bis zum Verkauf des Weins – er macht alles selbst. Sein Erfolg hat viel mit seinem Willen und seiner Fähigkeit zu tun, das Lernen zu lernen. Er entspringt auch seiner Gewohnheit, zuzuhören. Für Ponson hat die Meinung des jüngsten Mitarbeiters denselben Wert wie die des erfahrenen Fachmanns. Indem er jedem mit gleicher Aufmerksamkeit und gleichem Respekt zuhört, bleibt er offen für Veränderung.

Dieses Ethos spiegelt ein festes Bekenntnis zum Kontext wider – zu jenen ästhetischen Texturen, die den Wein zu einem kulturellen Artefakt und nicht bloss zu einem Produkt machen. Er wäscht seine Flaschen, bevor er sie etikettiert, schickt handgeschriebene Notizen an seine Kunden und hat im Herzen von Gigondas ein weinbauliches Refugium errichtet. Er ist jeden Tag im Keller – nicht nur um zu arbeiten, sondern um zu fühlen. Seine Entscheidung, bisweilen einen Künstler als « Artist in Residence » einzuladen, zeugt von einem tiefen Verständnis des Weins als Quelle von Sinn und Kreativität. Ausgehend von dem, was man ästhetischen Pragmatismus nennen könnte, leiten Schönheit und Güte die meisten seiner Entscheidungen: Wird es schön sein? Wird es Schönheit bringen? Wird es gut sein? Wird es Gutes bewirken?

 

Le long des Dentelles,
                       au pied du Ventoux, 

Domaine de Piéblanc.

PIÉ — « colline, hauteur » (freie Übertragung aus dem Provenzalischen: Hügel, Anhöhe)
PIÉBLANC — « montagne blanche » (weisser Berg)

 

   



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