Provence-Rosé
Mehr als eine Modeerscheinung.
Provence-Rosé ist mehr als nur eine Modeerscheinung, er hat sich in der heutigen Gesellschaft durchgesetzt, denn er passt perfekt zu unseren neuen Trends und unserem Lebensstil: Weltküche auf den Tellern, Lust auf Entdeckungen, Geselligkeit und sofortiges Vergnügen. Provence-Rosé steht für eine andere, eine zugänglichere Vision von Wein, befreit von der Schwere der traditionellen Codes, er ist ein Wein der Freiheit
In der Provence ist die Herstellung von Rosé seit jeher «DIE» Spezialität und eine Art Lebenskunst. Dies ist dem Klima, dem Boden und den Rebsorten zu verdanken, die perfekt auf diesen Wein abgestimmt sind. Als die Phokäer (griechische Siedler) vor 2600 Jahren Marseille gründeten, führten sie zum ersten Mal eine fabelhafte Pflanze in Frankreich ein: die Weinrebe. Der Wein, den sie herstellten, war bereits Rosé! Die Methode der Mazeration roter Trauben, die den Rotweinen die Farbe verleiht, war noch unbekannt. Die Weine aus roten Trauben waren daher rosafarben. Historisch gesehen ist die Provence somit das allererste Weinbaugebiet Frankreichs. Seitdem hat die Kunst der Weinherstellung zum Glück einen weiten Weg zurückgelegt aber die Reben haben diese Region nie mehr verlassen!
Rund fünf Jahrhunderte später, im späten 2. Jahrhundert vor Christus, kamen die Römer. Sie gründeten 122 v. Chr. Aquae Sextiae, das heutige Aix-en-Provence, und formten aus dem Land die Provincia Romana – jene Provinz, die der Provence bis heute ihren Namen gibt. Wohin Rom sein Reich trug, nahm es die Rebe mit. Nach der Provence kamen so nach und nach das Rhônetal, das Beaujolais, das Burgund, die Gascogne und das Bordelais dazu.
Im Mittelalter schrieben die Klöster die Geschichte weiter. Vom 5. bis ins 12. Jahrhundert kelterten und verkauften die Abteien ihren Wein – Saint-Victor in Marseille, Saint-Honorat auf den Îles de Lérins vor Cannes, Saint-Pons in Nizza und Le Thoronet im heutigen Var. Ab dem 14. Jahrhundert legten dann Adel, Notabeln und die Offiziere der königlichen Armee ihre Weinberge an. Die Provence, wie wir sie heute im Glas haben, war geboren.
Was steckt hinter der rosaroten Farbe?
Eines vorweg: Ein guter Rosé entsteht – von Ausnahmen abgesehen – nicht dadurch, dass man fertigen Rot- und Weisswein zusammenschüttet. Er wird aus roten Trauben gewonnen. Wie hell oder dunkel, wie zart oder kräftig er ausfällt, entscheidet vor allem eines: die Zeit, die der Saft mit den Schalen verbringt.
Die Mazeration.
«Mazeration» meint nichts anderes als jene Phase zu Beginn, in der der Most die Traubenschalen berührt. Ein Rotwein darf dafür gut und gern zwei Wochen auf der Maische liegen, um Farbe und Kraft aufzunehmen. Ein Rosé bekommt nur Stunden, manchmal bloss Minuten. Und je länger dieser Kontakt dauert, desto dunkler die Farbe – und desto voller der Geschmack.
Die Abpress-Methode
Die Direktpressung, die in der Provence liebste Methode kommt fast ohne Mazeration aus. Die roten Trauben werden sofort gepresst; der Saft nimmt dabei nur einen Hauch Rosa an, kaum Farbe, kaum Gerbstoff. Danach wird er ausgebaut wie ein Weisswein. So entstehen die blassen, klaren Rosés, für die die Region berühmt ist.
Die Saignée-Methode
«Saignée», das Wort bedeutet « Aderlass », und genau das beschreibt es. Most und Schalen kommen gemeinsam in den Tank, wo die Schalen ihre Farbe abgeben. Nach wenigen Stunden lässt der Winzer einen Teil des rosé gefärbten Safts ab – meist zehn bis zwanzig Prozent – und vergärt ihn für sich. Das Ergebnis ist ein tiefer, kräftiger Rosé. Was im Tank zurückbleibt, wird zu einem umso konzentrierteren Rotwein.